Wie können behinderte Menschen ihr Sexualleben verbessern?

25.07.2018 16:53

Wussten Sie, dass etwa 10% der Weltbevölkerung Menschen mit Behinderung sind? In den Entwicklungsländern ist diese Zahl nochmals um einiges höher als in Industriestaaten, tatsächlich haben dort 25% der Bevölkerung mindestens eine Art der Behinderung. Generell ist die Erwerbsunfähigkeit bei Frauen noch einmal größer als bei Männern. 

In Zukunft werden die Erwebsunfähigkeitsquoten laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen weiter steigen, besonders im Alter nimmt die Erwebsunfähigkeit bei Menschen zu. Dies ist einer der Hauptfaktoren, der zu den steigenden Zahlen an Behinderungen führt:

Zunehmendes Alter beeinträchtigt den Körper und schwächt ihn auf vielfältige Art und Weise. Aber auch weitere Ursachen, wie Kinderarbeit, Hunger und mangelnde Gesundheitsvorsorge, besonders in Entwicklungsländern, führt zu einer steigenden Zahl von Krankheiten und Einschränkungen. Zahlreiche Kriege weltweit führen oft zu schrecklichen Folgen, besonders bei Kindern, drei von vier Heranwachsenden erleiden dauerhafte Behinderungen aufgrund gewalttätiger Konflikte.

Wenn nicht genug Geld zur Verfügung steht, sind die Menschen nicht in der Lage, für ausreichend medizinische Versorgung zu zahlen. Ihr schlechter Gesundheitszustand basiert oft auf mangelnder Ernährung und dem fehlenden Zugang zu Medikamenten, sowie schlechten Hygienebedingungen. Geringe Bildungschancen führen oft zu Erwerbstätigkeiten unter schlechten Arbeitsbedingungen, besonders wenn man bereits unter einer Form der Behinderung leidet, ist es oft schwer, aus einem solchen Teufelskreis auszubrechen und bessere Versorgung und Untersützung zu erhalten.

Auch behinderte Menschen haben Sex

Oft wird der Gedanke, dass Behinderte sich ebenfalls nach einem erfüllten Sexualleben sehnen, verdrängt. Die generelle Haltung hierzu führt zu der traurigen Tatsache, dass behinderte Menschen sich oft weniger attraktiv fühlen und glauben, weniger wert zu sein, da sie nicht dem idealisierten Bild unserer heutigen Gesellschaft entsprechen. Sie werden mit einer Menge Vorurteilen konfrontiert, welche durchaus verletzend sind. Unter anderem fallen Sätze wie „bei Behinderten wird Befriedigung und sexuelle Erfüllung überbewertet“, „sie haben sowieso keinen 'richtigen' Sex“ oder „Menschen mit Behinderungen sollten keine Kinder bekommen“.

Doch was genau soll das? Eine Behinderung ist eine körperliche oder psychische Einschränkung, die Betroffene im Gegensatz zu vollkommen gesunden Menschen haben. Diese kann motorisch oder geistig sein und natürlich auch deren Sexualfunktion einschränken, genau wie Medikamente, welche Behinderte etwa nehmen müssen und die zu weiteren Problemen wie sexueller Dysfunktion führen können.

Die Tatsache, dass auch behinderte Menschen, besonders Männer, ebenso einen sexuellen Trieb haben, wurde über Jahrzehnte verdrängt und vermieden. Speziell ausgebildete Menschen kümmern sich zwar um das allgemeine Wohl und die Pflege behinderter Menschen, doch auch hier ist das sexuelle Verlangen der Behinderten oft ein absolutes Tabu..

Grade wenn behinderte Menschen im Kreise der Familie leben, wird dieses Thema oft totgeschwiegen, mit Verwandten sprechen die wenigstens gerne offen über Sex. Mangelndes Wissen der Familienangehörigen führt zu noch weniger Verständnis, bezogen auf deren sexuelle Bedürfnisse. Man könnte beinahe sagen, durch die fehlende Aufklärung und kein Beschäftigen mit dieser Tatsache werden viele behinderte Menschen eines ganz natürlichen Wunsches beraubt.

Warum Sex wichtig ist

Sex kann einen großen Einfluss auf das Leben von Menschen  haben. Innere Ausgeglichenheit, Selbstbestätigung und einfach der Genuss, fördern das Wohlrbefinden und sie fühlen sich weniger „anders“ oder eingeschränkter. Sollte die sexuelle Aktivität aufgrund körperlicher Probleme nicht möglich sein, kann ein ausführliches Gespräch mit speziellen Ärztem den Betroffenen helfen. Wir Menschen haben zahlreiche erogene Zonen, selbst wenn eine sexuelle Dysfunktion zugrunde liegt, können Behinderte Berührungen und Stimulation genießen.

In Büchern und Texten wie Publikationen wie " Supporting Sexual Health" und die "Intimacy in Care Facilities" der Vancouver Coastal Health Authority geht man ausführlich auf dieses Thema ein. Sie schildern, wie Kliniken ihre Patienten aufklären und unterstützen und ihnen auf dem Weg zu sexueller Selbstbestimmung helfen können. Grade diese Hilfe zeigt den Betroffenen, dass sie wertgeschätzt werden.

Viele behinderte Männer wollen zurecht nicht akzeptieren, dass ihr Sexualleben eingeschränkt sein soll, nur aufgrund eines körperlichen Leidens. Egal ob sie Hilfe in entsprechenden Gruppen bekommen, einen Partner finden der ebenfalls eine Behinderung hat oder sich Hilfsmittel wie eine Sexpuppe kaufen, es gibt Wege und Mittel, um ihren Wünschen gerecht zu werden. Im Folgenden werden einige Punkte erwähnt, die behinderten Männern dabei helfen können.

1. Einen behinderten Partner finden

Einen Partner zu finden, der aufgrund seiner eigenen Beeinträchtigung volles Verständnis für einen Menschen mit Behinderungen hat, ist wahrscheinlich eine optimale Voraussetzung für ein harmonisches und glückliches Zusammensein. In der heutigen Dating- Welt sind Behinderte oft benachteiligt und werden ausgegrenzt. Ein Partner, der ähnliches erlebt hat und die Probleme des anderen versteht, befindet sich auf der gleichen Ebene und dies kann enorm hilfreich sein.

2. Spezielle Gruppen für Menschen mit Behinderungen

Mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, denen ähnliches wiederfahren ist, ist ebenfalls Balsam für die Seele. Hier hören ihnen Menschen zu und verstehen die Erlebnisse und Erfahrungen, die man selbst gesammelt hat. Dies schafft neuen Mut und ein Gefühl von Zugehörigkeit und Zusammenhalt.

Wenn Sie eine Behinderung haben und Unterstützung wünschen, machen Sie sich auf die Suche nach sozialen Gruppen für behinderte Menschen. Finden Sie dort nette Menschen, vielleicht entstehen sogar Freundschaften mit anderen Betroffenen, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

3. Der Kauf einer Sexpuppe

Sexpuppen sind heute beliebter denn je und können eine optimale Möglichkeit sein, sexuelle Befriedigung zu erfahren. Da sie heute realistischer denn je sind, erfahren auch behinderte Menschen, wie es sein kann, mit einer wunderschönen Frau  Spaß zu haben und sind in diesem Fall selbst einmal die jenigen, die bestimmen können und sich das holen, was sie brauchen. Durch ihre Flexibilität sind auch die körperlichen Einschränkungen des Käufers oft kein Problem und daher sind sie eine optimale Alternative, um das Sexleben eines Menschen mit Behinderungen zu verbessern.

4. Dating Websites für Behinderte

Heutzutage gibt es für fast jeden Menschen spezielle Websites, um einen passenden Partner zu finden. Auch für behinderte Menschen sind Anlaufstellen wie Disability Match UK, Whispers4u und Dating4disabled gegründet worden, um ihnen eine Plattform zu geben, wo sie sich austauschen und andere Behinderte kennenlernen können, die ebenfalls auf der Suche nach einem Sexualpartner sind.  Egal ob lediglich ein kurzes Abenteuer oder eine langfristige Beziehung gewünscht ist, die Möglichkeiten sind wirklich vielfältig und spenden Hoffnung und Spaß.

Natürlich können behinderte Menschen sich auch auf völlig klassischen Datingportalen anmelden, dies ist kein Tabu und sie müssen sich nicht auf gesonderte Websites beschränken. Auch hier können Freundschaften oder Abenteuer entstehen, vielleicht ja sogar die große Liebe.

5. Der Bordell- Besuch

In der heutigen Zeit sind Bordellbesuche kein Tabuthema mehr und grade für Behinderte oft eine Möglichkeit, sexuelles Vergnügen zu erfahren, wenn sie im Alltag oft keinen Zugang hierzu haben und benachteiligt werden, wenn es um die Wahl des Sexpartners geht. Natürlich gilt hier, stets ein Kondom zu verwenden und an die Verhütung zu denken. Des Weiteren sollten Sie auf Drogen und ähnliches Verzichten, wenn sie ein Bordell besuchen.

Letztlich ist das Sexualleben von behinderten Menschen noch immer nicht gleichgestellt mit dem von gesunden Menschen. Es gibt eine Menge Herausforderungen und die Betroffenen brauchen Unterstützung. Das Ziel, dass jeder sexuelle Selbstbestimmung und Befriedigung seiner Wünsche erfährt, sollte jedoch von allen Menschen anerkannt und respektiert werden.